Was ist Hochsensibilität

 

Die meisten, die sich mit Hochsensibilität bzw. Hochsensitivität beschäftigen, verwenden diese Begriffe synonym. Grund dafür ist die Herkunft der Begriffe aus dem Englischen “High sensitive person” (nach E. Aron, 1996). Es ist aber dennoch sinnvoll, einen Unterschied zwischen Hochsensibilität und Hochsensitivität zu machen. Zwei ganz unterschiedliche Phänomene können mit diesen Worten beschrieben werden, auch wenn sie häufig gemeinsam auftreten: 

Sensibilität beschreibt vor allem die sensorische Leistung-Fähigkeit der fünf Sinnesorgane (Augen, Ohren, Nase, Zunge, Haut).

Mit Sensitivität wird über diese sensible Wahrnehmungsfähigkeit hinaus, das Fühlen, das Empfinden sowie das geistige Erfassen und Verarbeiten beschrieben. In der eigentliche Bedeutung gibt es also erhebliche Unterschiede zwischen Sensibilität und Sensitivität. Im deutschen Sprachraum hat sich aber in den letzten Jahren eindeutig der Begriff Hoch-Sensibilität durchgesetzt.

 

Hochsensible  Menschen verfügen über feiner ausgeprägte fünf körperliche Sinne als andere. Sie  hören, sehen, riechen, schmecken und tasten stärker und differenzierter. Diese Fähigkeit kann jedoch sehr leicht auch zu Reizüberflutung und Stress führen. Gleichzeitig sind sie dadurch aber auch in der Lage, viel feinere und mehr Informationen wahrzunehmen, zu verarbeiten und zu interpretieren. 

Ein hochsensitiver Mensch hat im übertragenen Sinn einen “sechsten” oder “siebten” Sinn. Hochsensitive sind das, was man “hellsichtig” oder “hellfühlig” nennt und haben oft eine Affinität zu spirituellen Themen. Sie sind besonders einfühlsam, manchmal regelrecht medial. Manche Menschen haben Ahnungen, Visionen oder andere Empfindungen aus “übersinnlichen" Sphären. Für sie steht es ausser Frage, dass es Ebenen und Einflüsse außerhalb der normalen Wirklichkeit gibt, denn sie spüren eine direkte Verbindung hierzu. Manche Menschen berichten von solchen Erfahrungen schon seit ihrer frühester Kindheit 

 

Hochsensitivität, Hochsensibilität und auch Hochbegabung treten oft gemeinsam auf, aber nicht immer. Es gibt hochsensible Menschen ohne besondere Empathie oder übersinnlichen  Wahrnehmungen, und es gibt Hochsensitive, deren fünf Körpersinne ganz normal sensibel ausgeprägt sind. Hochsensible Menschen sind in der Regel besonders herausgefordert, mit ihrer feinen Empfindsamkeit zurechtzukommen. Sie brauchen meist viel Rückzugs- und Ruhephasen.  Sie müssen herausfinden, wie sie am besten ihren Alltag an ihre zartbesaitete Veranlagung anpassen und ihre besonderen  Stärken nutzen können. Hochsensitive wie auch hochsensible Menschen haben oft das Problem, dass sie über ihre Besonderheiten nur mit wenigen Menschen reden können. Sie dürfen  lernen, dass sie vielleicht "anders", aber keineswegs krank oder “verrückt” sind und wie sie für sich am besten diese ganz persönlichen Fähigkeiten als Potential nutzen können.